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Mehr Müll im Lockdown… Muss nicht sein!

Nach dem Winterspaziergang irgendwo einzukehren und gemütlich eine Tasse Kaffee aus der Porzellantasse zu trinken, ist aktuell leider nicht möglich. Gastronom*innen und Cafébetreiber*innen stehen vor der Wahl: Getränke und Essen nur noch zum Mitnehmen oder das Geschäft ganz schließen. To Go bedeutet leider immer noch in den meisten Fällen: Einweg-Verpackungen.

Beim Blick in die Fußgängerzonen, Grünstreifen und Parks fühlt man sich schmerzlich an den ersten Lockdown im Frühjahr erinnert: Einwegmüll, wohin das Auge blickt. An Hotspots muss deutlich häufiger gereinigt werden als gewöhnlich.

Weil die kleinen Papierkörbe bei Pizzakartons und Co. schnell an ihre Grenzen kommen, haben einige Städte wie Heilbronn mit zusätzlichen Behältern reagiert.  Wer seinen Kaffee gern abfallfrei im Mehrwegbecher trinken möchte, erlebt zurzeit immer öfter Bedenken und Unsicherheit bei den Händler*innen. Schilder wie: „Aktuell können wir leider keine kundeneigenen Becher befüllen” hängen vor Läden, in denen es sonst kein Problem war. Auch unsere „Schön wie wir”-Mehrweg-Berater*innen haben Erfahrungen mit verunsicherten Händler*innen gemacht.  Darf ich in Corona-Zeiten überhaupt Mehrweg-Becher und Behälter anbieten und befüllen? Wenn die Regeln der Lebensmittelhygiene beachtet werden, sagt der Lebensmittelverband auf seiner Webseite dazu ganz klar:

„Auch in Corona-Zeiten ist es grundsätzlich zulässig und möglich, eigene Behältnisse mit in Lebensmittelgeschäfte, Cafés und Gastronomie mitzubringen und befüllen zu lassen."

Was es dabei zu beachten gibt, zeigt der Lebensmittelverband in anschaulichen Flyern und kurzen Videos auf seiner Webseite.

Die Mehrweg-Berater*innen sind während des Lockdowns unterwegs und unterstützen Händler*innen auch bei Fragen zu Hygiene bei Mehrwegverpackungen. Es gibt auch einige positive Beispiele. Anfragen von Gastronom*innen zeigen uns, dass sie sich gerade jetzt Gedanken über Abfallvermeidung und Mehrweglösungen machen. Sicher auch, weil Kund*innen immer öfter danach fragen. Am 24.11.2020 hat unsere Mehrweg-Beratung das Café Tante Boukje in der Wildenbruchstraße 37 bei Better World Cup angemeldet. Bald könnt ihr hier also leckeren Kaffee in euren mitgebrachten Mehrwegbecher füllen lassen. Und auch auf dem Markt am Maybachufer gibt es den Glühwein auf Nachfrage auch in den mitgebrachten Becher.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze setzt ganz klar auf Mehrweg in der Gastronomie. Wenn ihr Entwurf zur Neufassung des Verpackungsgesetzes so beschlossen wird, gibt es bald überall die Möglichkeit, sich Essen und Getränke in eigene Behälter füllen zu lassen. Bei größeren Läden ab 50 Quadratmetern und mehr als 3 Mitarbeiter*innen müssten sogar Mehrwegbehälter im Laden angeboten werden. Dabei darf das Getränk oder Essen in Mehrweg nicht teurer sein, als im Einwegbehälter. Ihr könnt aber natürlich jetzt schon aktiv werden: Also nutzt gern Mehrweg, wenn es angeboten wird und falls nicht: Fragt einfach danach. Wie heißt es immer so schön: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

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