Pfand lohnt sich: Abfallvermeidung mit System

Wie unterscheiden sich Einweg- und Mehrwegflaschen?

Heute weiß jedes Kind: Eine Pfandflasche ist bares Geld wert. Und das ist gut so! Denn wenn Pfandbehälter in den Laden zurückgebracht werden, landen sie nicht in der Natur, sondern werden in den Produktionskreislauf rückgeführt. So bleibt die Stadt sauber und wertvolle Verpackungsmaterialien können wiederverwertet werden. Doch was passiert eigentlich nach der Rückgabe mit Flaschen, Dosen und Gläsern? Und warum ist der Pfandpreis so unterschiedlich hoch?

Bereits seit 2003 gibt es in Deutschland ein Pfandsystem für bestimmte Einweggetränkeverpackungen. Inzwischen sind auch andere Produkte wie Joghurt in Pfandgefäßen erhältlich. Wie hoch der Pfand für die verschiedenen Behälter und Flaschen ist, ist unterschiedlich hoch. Bei Getränken liegt er meist zwischen 8 Cent und 25 Cent. 

Was mit deinem Pfand nach Rückgabe geschieht

Nicht nur der Preis verschieden, sondern auch, was nach der Rückgabe mit der Verpackung geschieht, variiert. Pfand wird nämlich sowohl auf Einweg- als auch auf Mehrwegverpackungen erhoben. 

Die Einwegverpackung wird nach der Rücknahme gepresst und geschreddert. Die Materialien wie Metall von Dosen und Kunststoff von Flaschen können wiederverwertet werden. Dazu ist eine ressourcen- und energieaufwändige Behandlung notwendig, um zum Beispiel Etikettenreste zu entfernen. Außerdem geht bei dem Prozess immer Material verloren und nur ein Teil wird wieder zur Herstellung von etwas Neuem genutzt. Für neue Einwegflaschen wird beispielsweise lediglich rund ein Viertel Recyclingmaterial verwendet.

Eine Mehrwegverpackung hingegen wird nach der Rücknahme gesäubert und wieder befüllt, wenn sie unbeschädigt ist. Es muss also keine neue Verpackung produziert werden. Mehrweg-Plastikflaschen können beispielsweise rund 20-Mal befüllt werden, Glasflaschen sogar 50-Mal. Für die Umwelt ist es dabei am besten, wenn die Befüllung regional erfolgt. So wird auch auf dem Transportweg ­Energie gespart.[1]

 Für Einwegflaschen und -dosen gilt:

-       Sind 25 Cent Pfand wert

-       Lassen sich leicht verformen

-       tragen das Zeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) mit Flasche und Dose auf einem geschwungenen Pfeil

 

Für Mehrwegflaschen und -gläser hingegen gilt:

-       Sind in der Regel 8 Cent oder 15 Cent Pfand wert

-       Lassen sich schwer verformen

-       können ein Mehrweg-Logo tragen

Trotz der meist positiven Bilanz von Mehrwegflaschen werden Getränke inzwischen wieder zunehmend in Ein­weg-Kunststofffla­schen verkauft, hat das Umweltbundesamt festgestellt.[2] Die gesetzlich festgeschriebene Mehrwegquote bleibt damit noch in Ferne. So hat sich beispielsweise bei Mineralwasser der Anteil an Mehrweg-Flaschen von 93 Prozent im Jahr 1991 auf knapp 38 Prozent im Jahr 2017 mehr als halbiert.

Dabei täuschen Kampagnen, die die Umweltfreundlichkeit von Einweg-Plastikflaschen aus sogenanntem Rezyklat hervorheben, darüber hinweg, dass lediglich wenige Produkte vollständig aus Recyclingmaterial hergestellt werden. Die über 17 Milliarden jährlich in Deutschland produzierten Einweg-Plastikflaschen bestehen zu rund 70 Prozent aus Neumaterial. Dafür werden natürlich fossile Rohstoffe benötigt, was wiederum den Klimawandel anheizt.[3]

Welche Einweg-Getränkeverpackungen mit Pfand belegt werden und wie die Rück­nahme zu erfolgen hat, wird übrigens durch das Verpackungsgesetz geregelt. Durch eine Änderung wird seit dem 3. Juli 2021 auf fast alle Einwegplastikflaschen und Getränkedosen Pfand erhoben. Die Pfandpflicht gilt nun auch für Fruchtsäfte ohne Kohlensäure sowie alkoholische Mischgetränke und ab 2024 sogar für Milch und Milcherzeugnisse in Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen. Pfandfrei bleiben weiterhin Getränkekartons.

Alle Verpackungen ohne Pfand sollten natürlich in der entsprechenden Abfalltonne entsorgt werden. So wird sichergestellt, dass sie nicht in der Natur landen und die Rohstoffe wiederverwertet werden können. Das ist gut für die Umwelt und eine saubere Stadt.


 

[1]  https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/mehrwegflaschen#gewusst-wie

[2] https://www.umweltbundesamt.de/themen/mehrweganteil-bei-getraenken-sinkt-weiter

[3] https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

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