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© Bert Odenthal
Nachhaltigkeit / Kiez

Kaffee, Kuchen und Klimaschutz

Im Dezember wurde das EU-weite Plastikverbot beschlossen – ein Meilenstein in Sachen Klimaschutz. Plastikgeschirr, Strohhalme und Rührstäbchen gehören ab 2021 der Vergangenheit an. Damit ändert sich bald auch für die Gastronomie einiges. Um zu erfahren, was Gastronom*innen in Neukölln heute schon für unsere Umwelt machen, haben wir mit Jana Schallau, Gastronomin und Besitzerin des Café L U X im Schillerkiez, gesprochen.

Du bist ja ziemlich engagiert im Nachhaltigkeitsbereich. Wie wichtig ist, dass auch Gastronomiebetriebe nachhaltiger werden?

Ja, das Thema Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig. Wir wollen dass die Produkte, die wir in Umlauf bringen nachhaltig sind. Ich kenne Leute, die forschen über Mikroplastik, das in Gemüse gefunden wird. Das Thema ist wirklich sehr komplex aber eben auch sehr wichtig. Wir nutzen beispielsweise ein Pfandsystem für Coffee to go und produzieren so weniger Müll. Man bekommt einen Plastikbecher, zahlt einen Euro Pfand und kann ihn dann bei uns oder bei einem der anderen Teilnehmern wieder abgeben. Damit man den Becher nicht lange mit sich rumtragen muss sondern ihn schnell wieder abgeben kann, ist es wichtig, dass immer mehr Cafés bei dem Pfandsystem mitmachen. Am allerbesten und schönsten wäre es aber natürlich, wenn man sich die Zeit nimmt, seinen Kaffee direkt im Café aus einer Porzellantasse zu trinken. Das wäre am nachhaltigsten.

Wie bist du auf das Thema aufmerksam geworden? Gab es da einen Aha-Moment?

Vor 5 Jahren habe ich in der Gastro mit dem Pavillon am Ufer, einer kleinen Hütte mit Außenbestuhlung am Paul-Lincke-Ufer, angefangen. Da war das Thema quasi direkt vor meiner Nase. Es gibt viele Spaziergänger am Kanal, die sich schnell einen Kaffee mitnehmen wollen. Da haben wir festgestellt, dass wir echt viele Becher herausgeben und einfach viel Müll produzieren. Wir haben dann recht früh angefangen, mitgebrachte Behältnisse zu befüllen - vom Marmeladenglas über die Porzellantasse bis hin zum klassischen Thermobecher. Bald haben wir uns mehr mit dem Thema beschäftigt und uns schließlich entschieden, bei einem Pfandsystem mitzumachen.

Macht ihr gute Erfahrungen damit? Entsteht durch die Teilnahme am Pfandsystem eigentlich eine Kundenbindung?

Auf jeden Fall! Wir waren eines der ersten Cafés die bei dem Pfandsystem teilgenommen haben und es wurde wirklich super aufgenommen. In erster Linie hoffen wir natürlich, dass die Leute auch wegen unserem Kaffee und wegen unseren tollen Produkten zu uns kommen. Aber heutzutage machen sich viele Leute Gedanken darüber, wie man Müll vermeiden kann und die Kunden freuen sich dann auch sehr, wenn sie erfahren, dass wir bei einem Pfandsystem teilnehmen.

Wie sieht es eigentlich mit Essen aus?

Hier bei uns wird es ein immer größeres Thema, dass die Leute ihre Waffeln oder ein Stück Kuchen auf das Tempelhofer Feld mitnehmen wollen. Manche Kunden wollen zusätzlich zu dem Einwegteller auf dem die Waffel liegt sogar noch einen zweiten Einwegteller zum abdecken haben. Das ist nicht nur ums Topping schade, das dadurch kaputt geht, sondern auch wegen dem zusätzlichen Müll sehr ärgerlich. Für Kuchen haben wir Papiertüten. Das funktioniert aber bei Kuchen mit einer Creme drauf leider nicht, da die dadurch kaputt gehen würden.

Hast du Idee, wie man das Problem nachhaltig lösen könnte?

Was wir bereits machen ist, dass wir den Stammgästen einfach einen Porzellanteller mitgeben. Den können die dann später zurückbringen. Es wäre aber total gut, wenn es auch ein Pfandsystem für Essen gäbe. Da könnte man bestimmt etwas Ähnliches etablieren wie bei den Kaffeebechern. Wenn man einmal anfängt, auf die Sachen aufmerksam zu werden und merkt, wie viel Müll man produziert, dann merkt man es auch bei anderen Produkten schnell. Ein weiteres Problem sind zum Beispiel Strohhalme, bei denen uns bisher noch keine nachhaltigen Alternativen in der Handhabung überzeugen konnten.

Du siehst also ein großes Potential darin, dass Neuköllns Gastronomie ein Vorreiter in Sachen Gastronomie werden kann?

Bestimmt! Warum fangen wir nicht hier im Schillerkiez mit so einem Pfandboxen-Projekt für Essen to go an? Das System wäre ja wirklich simpel und finanzierbar. Das Pfandsystem für Kaffeebecher hat schließlich auch klein angefangen, in einem einzigen Viertel in München. Kreuzberg wäre da sicherlich auch schnell dabei. Das wäre wirklich eine schöne Sache!
 

Bist du auch in der Gastronomie tätig und möchtest erfahren, wie man ganz einfach Müll vermeiden kann? Dann melde dich bei den “Schön wie wir” Mehrweg-Berater*innen. Wir unterstützen dich kostenlos bei dem Umstieg auf Mehrweg-Lösungen.

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