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Nachhaltige Gastronomie - Neuköllns Gastronom*innen sind auf dem Vormarsch

Ein Kaffee zum Mitnehmen kann praktisch sein. Doch er verursacht auch viel Müll und stellt ein ernstzunehmendes Umweltproblem dar. Welche Alternativen es zu Einwegprodukten gibt und wie Neuköllns Cafés von Einweg auf Mehrweg umstellen, erzählt euch die Mehrweg-Beraterin Ike Engelbrecht von “Schön wie wir”.

Was sind die Ziele der Mehrweg-Beratung?

Jeden Tag werden tausende Einwegprodukte in der Gastronomie verbraucht. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten, das zu vermeiden. Wir unterstützen Gastronom*innen dabei, ihr Café oder Restaurant nachhaltiger zu gestalten. Der Markt bietet viele Alternativen zu *Einwegprodukten an. Wir informieren über diese Produkte und auch über Erfahrungswerte, die andere Läden damit gemacht haben. So entsteht auch eine stärkere Vernetzung im Kiez innerhalb der Gastro-Szene. Unser Ziel ist, das da ein Austausch entsteht. Wir wünschen uns, dass immer mehr Läden nachhaltige Lösungen einführen. So werden dann auch die Kunden auf das Problem aufmerksam gemacht und fangen an, ihren eigenen Konsum mehr zu hinterfragen. Neukölln ist in Sachen Nachhaltigkeit ganz vorne mit dabei. Das wollen wir natürlich unterstützen.

Was genau machst du als Mehrweg-Beraterin?

In Neukölln gibt es ja quasi in jedem Kiez unzählige Cafés, Spätis, Gemüsehändler und Backshops. In einer ersten Runde sind wir von Laden zu Laden gegangen und haben einen ersten Kontakt zu den Besitzern aufgenommen. Wir haben uns dann zusammengesetzt und uns ein Bild von der derzeitigen Situation gemacht. Wir achten zum Beispiel darauf, welche Arten von Bechern und Verpackungen verwendet werden. Da sind schon große Unterschiede erkennbar. Manche benutzen die Standard Coffee to go Becher, andere nutzen recycelte Becher, manche haben auch schon ein Pfandsystem. Es gibt aber auch Cafés die zum Beispiel gar keinen Coffee to go verkaufen. Anhand dieser Information gucken wir dann, wo wir ansetzen können. Eigentlich hat wirklich jedes Geschäft das Potential noch nachhaltiger zu werden.

Und wie geht es dann weiter?

Wir vereinbaren dann einen Termin zur Folgeberatung. Zu dem Treffen bringen wir gezielt Infos mit, die zu dem Laden und seinen Bedürfnissen passen. Wenn ein Geschäft beispielsweise viel Coffee to go verkauft, bringen wir Muster von verschiedenen Mehrweg-Bechern mit. So entsteht direkt ein viel besserer Eindruck von dem Produkt. Wir gehen dann auch die Preise durch und gucken zusammen, welches Produkt sich am besten eignet. Andere Geschäfte haben kein großes to go Geschäft, aber dafür sind zum Beispiel Strohhalme oder Plastiktüten ein großes Thema.

Wie sieht es denn in Puncto Nachhaltigkeit in Neukölln derzeit aus? Gibt es da Cafés, die schon engagiert sind?

Wir haben hier in Neukölln schon wahre Vorreiter-Cafés. Die benutzen Pfandbecher, trennen ihren Müll, kompostieren ihre Bioabfälle, verzichten auf Plastiktüten und kaufen Fair-Trade Kaffee. Andere Läden wiederum, würden grundsätzlich gerne nachhaltiger sein, wissen aber nicht wo und wie sie anfangen sollen. Manche Gastronom*innen haben auch Angst, dass Mehrweg-Lösungen zu teuer sind oder sie damit gegen die Hygeneverordnung verstoßen. Da können wir dann sehr gut beraten und die Zweifel aus dem Weg räumen und Fragen beantworten. Auf jeden Fall haben wir festgestellt, dass die Neuköllner Gastronom*innen sehr aufgeschlossen sind und die meisten auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit haben. Die Voraussetzungen sind also wirklich gut.

Was können Gastronom*innen konkret tun, um ihren Betrieb nachhaltiger zu gestalten?

Ein riesen Problem sind Coffee to go Becher. Im Schnitt werden die nur 15 Minuten verwendet, bevor sie im Müll landen. Das ist wirklich eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, wie viele Rohstoffe dafür verbraucht werden und die Becher dann auch bei der Entsorgung wieder Schadstoffe in die Umwelt stoßen. Die Becher sind nämlich wegen der Plastikbeschichtung nicht recycelbar und müssen verbrannt werden. Und dann kommt auch noch hinzu, dass die Becher später auf unseren Straßen rumliegen. Aber es gibt zum Glück Alternativen: Wenn beispielsweise mitgebrachte Becher befüllt werden können. Daran arbeitet die Initiative “Better World Cup” zum Beispiel. Es sind mittlerweile auch zahlreiche Anbieter von Pfandbechern auf dem deutschen Markt aktiv. Wenn man da teilnimmt, kann schon mal eine Menge Müll vermieden werden. Aber auch für fast alle anderen Einwegprodukte sind mittlerweile Mehrweglösungen verfügbar und erschwinglich. Es gibt Strohhalme aus Edelstahl oder Glas, spezielle kompostierbare Papiertüten für Biomüll und sogar Mehrweg-Pizzaverpackungen.

Und wie genau funktioniert so ein Kaffee-Pfandsystem?

Ganz einfach: Man meldet sich bei dem ausgewählten Anbieter über die Homepage an. Dann bekommt das Café die gewünschte Menge an Bechern per Post zugestellt und kann sofort loslegen. Wenn der Kunde also einen Coffee to go bestellt, gibt man statt dem Einweg-Becher den Pfandbecher aus und nimmt dafür einen bestimmten Pfandeinsatz. Der beträgt bei den meisten Anbietern einen Euro. Wenn der Kunde später den Becher zurückbringt, bekommt er das Pfand zurück. Je mehr Geschäfte bei einem Pfandsystem teilnehmen, desto besser. Dann muss der Kunde den Becher nicht den ganzen Tag in der Tasche behalten, sondern kann ihn an der nächsten Ecke direkt wieder abgeben. Die benutzten Becher spült das Café zusammen mit dem anderen Geschirr und kann sie so hunderte Male wiederverwenden. So ein Angebot gibt es neuerdings auch für Lunchboxen, das funktioniert genauso. Der Pfandeinsatz ist etwas höher, dafür kann man sich seine Pizza, sein Brötchen oder die Suppe ganz einfach mit nach Hause oder in den Park nehmen.

Ist es nicht teuer, an einem Pfandsystem teilzunehmen?

Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Einweg-Becher kosten ja auch Geld. Je nachdem, wie viele Becher man am Tag verkauft und bei welchem Anbieter man teilnimmt, kann man sogar Geld sparen.

Wie geht es jetzt in Neukölln weiter?

Wir setzen unsere Beratung umfangreich fort. Wir suchen weitere Teilnehmer für Better World Cup und für die Pfandsysteme. Wir sind aber auch offen für neue und ausgefallene Lösungen, wie den Kaffee aus dem Marmeladenglas, solange es nachhaltig ist. Um das Netzwerk in Neukölln noch weiter zu stärken, planen wir auch Veranstaltungen zur Vernetzung zwischen den Gastronomen. Auf jeden Fall sind wir positiver Dinge, dass es in einigen Monaten schon viel mehr Cafés geben wird, die auf Nachhaltigkeit setzen und sind gespannt und motiviert, weiterhin mit den Gastronom*innen hier in unseren Kiezen zu arbeiten.

 

Bist du auch in der Gastronomie tätig und möchtest erfahren, wie man ganz einfach Müll vermeiden kann? Dann melde dich bei den “Schön wie wir” Mehrweg-Berater*innen. Wir unterstützen dich kostenlos bei dem Umstieg auf Mehrweg-Lösungen.

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