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Recycling-Initiativen in Chile

In den Schwellenländern Lateinamerikas stellt die unzureichende Abfallentsorgung ein großes Problem für Umwelt und Gesundheit dar. Fehlende Infrastruktur für Abtransport und Weiterverwertung sowie ein fehlendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung sorgen dafür, dass sich neben den nationalen Mülldeponien zusätzlich wilde Deponien in Wäldern, Flüssen und anderen Biotopen bilden. Auch in Chile, dem Land Lateinamerikas, das pro Kopf am meisten Müll produziert, ist dies der Fall. Doch es gibt Menschen, die dies nicht weiter hinnehmen wollen und sich zu innovativen Projekten zusammenschlossen. Einige davon sollen hier vorgestellt werden.

Da es in Chile bis 2016 kein mehrstufiges Müllentsorgungssystem gab und Müllsortierung, wenn überhaupt per Hand erfolgte, wurden nur 10 Prozent der Abfälle recycelt; 90 Prozent wurden auf Mülldeponien verbrannt. Um sich diesem Problem entgegenzustellen, verabschiedete die chilenische Regierung im April 2016 ein Gesetz für eine erhöhte Produzent*innenverantwortung. Ähnlich wie in Deutschland müssen die Hersteller*innen nun die Sammlung und Entsorgung der Abfälle selbst organisieren. Auch in der privaten Müllentsorgung sollten durch das Gesetz Veränderungen eingeleitet werden.
So gibt es beispielsweise inzwischen mehr als 7.000 grüne Punkte, bei denen der Müll getrennt entsorgt werden kann. Diese sind jedoch ungerecht über die verschiedenen Regionen des Landes verteilt, sodass nicht alle Bewohner*innen des Landes Zugang zu ihnen haben. Zudem werden sie nicht ausreichend genutzt. Das Problembewusstsein für die Bedeutung einer fachgerechten Müllentsorgung fehlt noch immer. Ein weiterer problematischer Umstand ist der, dass viele Produzent*innen weiterhin Mischmaterialien verwenden, die eine Wiederverwertung der verwendeten Ressourcen ohnehin unmöglich macht.

Um das Gesamtproblem einer unzureichenden Müllentsorgung anzugehen ist folglich mehr nötig, als einen rechtlichen Rahmen für Recycling zu schaffen – es braucht auch Umweltbildung, gut durchdachte Infrastruktur und kooperative Unternehmen. Daher haben sich in den letzten Jahren so einige Initiativen und Projekte entwickelt, die versuchen diese Lücke zu schließen. Zwei von ihnen sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:

Sustentabla ist eine Circular Economy Initiative mit Sitz in Santiago de Chile, die aus recyceltem Plastik Surfboards herstellt. In verschiedenen Regionen des Landes wird eine Verbindung zu lokalen Gemeinden aufgebaut, um anschließend gemeinsam Plastikmüll an Stränden und anderen Orten von hohem ökologischem Wert einzusammeln. Dabei werden die Folgen illegalen Müllabladens aufgezeigt, das Problembewusstsein gestärkt und die gesäuberten Flächen für die Gemeinden wieder nutzbar gemacht. Anschließend wird das Plastik nach Santiago geliefert, in Pellets umgewandelt und schließlich in die Sustentabla-Surfboards geformt. Sollten die Kund*innen irgendwann nicht mehr zufrieden sein mit ihren Boards, so werden diese zurückgenommen – im gesamten Nutzungskreislauf bleibt somit kein Müll zurück. Mit den fünf Tonnen Plastik, die Sustentabla in den letzten zwei Jahren gesammelt hat, wurden bereits 400 Surfboards hergestellt, die zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen.

Eine weitere Initiative stellt das nachhaltige Architektur- und Designstudio DAS8 dar, welches in der achten Region Chiles angesiedelt ist und eine einzigartige Lösung für die Abfallwirtschaft in Chile und Lateinamerika schafft. Mit dem Ziel, Recycling einen Schritt weiterzuführen und Kreislaufwirtschaft aktiv zu erproben, vermittelt DAS8 Industriebetrieben durch Beratung und Trainings, wie sie ihre Abfälle richtig handhaben, trennen und neuen Wert daraus schöpfen können. Um letzteres zu ermöglichen, nimmt DAS8 im Betrieb übrigbleibende Rohstoffe, wie zum Beispiel Holz in der Forstwirtschaft, entgegen und stellt daraus Produkte her, die für die jeweiligen Betriebe von Nutzen sind. Beispiele dafür sind Spinde, Tische, Stühle aber auch Sicherheitsbarrieren. Die Möbel sind ultraleicht, schnell montiert und dadurch flexibel einsetzbar. Außerdem bestehen sie zu 100 Prozent aus recycelten Ressourcen und sind zu 100 Prozent recycelbar.
Seit DAS8 aktiv ist, erfasst das Unternehmen eine Monatsladung von 500 bis 700 Tonnen Abfall, aus denen sie heute etwa 600 Platten pro Monat, 1.200 Holzprofile und etwa 70 Design- und Architekturprojekte wie Tische und Schränke produzieren können.

Kennt ihr noch andere Initiativen, die so tolle Ideen für die Weiterverwertung von Abfällen haben? Dann schreibt uns doch eine kurze Mail an info@schoen-wie-wir.org. Wir sind gespannt!

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