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"Schön wie wir" stellt vor: Ulrike Gottschau von JUST SWAP IT.

In diesem Beitrag gibt uns Ulrike Gottschau einen Einblick hinter die Kulissen und erzählt von den Anfängen ihres Unternehmens und wie sie zu den kreativ gestalteten Mehrweg-Bechern gekommen ist. Eine tolle Geschichte, aber lest am besten einfach selbst! 

Liebe Frau Gottschau, mit ihrer Namensfindung haben Sie sich ihren Leitsatz ja direkt auf die Fahne geschrieben: JUST SWAP IT. Tausch es aus. Ein ganz klarer Aufruf von Ihnen, unserer heutigen Wegwerfgesellschaft Kontra zu geben und das Bewusstsein für nachhaltigeren Konsum zu steigern. Wann genau sind Sie selber mit Themen wie Nachhaltigkeit und Abfallreduzierung in Kontakt gekommen?

Das liegt mittlerweile schon ein paar Jahre zurück. Ende 2014 hat das Thema durch eine doch recht alltägliche Situation meine Aufmerksamkeit erweckt: Beim Vorbeigehen an einem Café habe ich beobachtet, wie Menschen mit Pappbechern direkt vor dem Café saßen und ihren Kaffee tranken. Aus Pappbechern! Sie nutzten den noch nicht einmal, um sich gleich auf ihren Weg zu machen, sondern sie blieben einfach direkt davor sitzen und tranken ihren Kaffee. Genauso gut hätten sie auch die Becher des Cafés nutzen können. Die ganze Szenerie kam mir einfach nur absurd vor!

Diese Beobachtung war also der Stein des Anstoßes für Sie? Die Idee für den JUST SWAP IT. Becher war geboren?

Vielleicht noch nicht direkt die Idee für das Produkt, wie ich es heute anbiete. Aber in mir regte sich der Drang etwas verändern zu wollen und ich begann direkt mit meiner Recherche über den Verbrauch von Wegwerfbechern. Damals war zwar die Studie der DUH  noch nicht veröffentlicht, aber ich fand schnell heraus, dass es tatsächlich ein enormes Müllproblem mit Wegwerfbechern weltweit gibt. Jetzt wollte ich zumindest für meine Lieblingscafés einen schönen Mehrwegbecher finden, um diesen vor Ort als Alternative zu den handelsüblichen ToGo-Bechern aus Papierfasern oder Kunststoff anbieten zu lassen.

Wie ging es nach diesem Entschluss weiter?

Ich beschäftige mich von da an tiefergehend mit Produkten und verschiedenen Materialien, konnte aber nichts Passendes finden was meine Anforderungen erfüllte. Mein Becher sollte schick sein, sodass man gern damit herumläuft, und er sollte aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Während meiner Recherche bin ich auf Bambus als natürlichen Rohstoff gestoßen: Bambus ist ein Gras, das extrem schnell wächst und verholzt. Durch das schnelle Wachstum bindet die Pflanze enorme Mengen an Kohlendioxyd und produziert mehr Sauerstoff als die meisten anderen Pflanzen. Zudem braucht es keine Düngung oder Insektizide. Perfekt für meinen Zweck! Ich entwarf also kurzerhand einen eigenen Becher und suchte mir einen Produzenten. Dass ich diesen in Asien fand war in diesem Zusammenhang nur naheliegend.

Das ist also der Beginn ihres Unternehmens. Der ganze beschriebene Prozess, die Gründung ihres Unternehmens und die Entwicklung ihres Produktes, scheinen ja ziemlich reibungslos über die Bühne gegangen zu sein.

Genau, mein Unternehmen JUST SWAP IT. war geboren! Der Name steht dabei für: Tausche den Einwegbecher gegen einen nachhaltigen Mehrwegbecher. Tausche Achtlosigkeit gegen  nachhaltiges Konsumverhalten.
Aber ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, war es während dieser Zeit dann doch nicht. Ich sprach mit vielen Leuten und merkte schnell, dass es schwer sein würde der Bequemlichkeit der Konsumenten etwas entgegenzusetzen. Daher entwickelte ich mit meinem damaligen Kompagnon Clemens Pech eine Art Pfandsystem, welches dann 2017 in einem Pilotprojekt mit über 21 Cafés in Kreuzberg und Neukölln getestet wurde. Bei einem Clean-Up Event in Neukölln trafen wir dann auch zum ersten Mal mit dem Projekt „Schön wie wir“ zusammen. Wir stellten bei dem Markt am Maybachufer nicht nur unseren Becher vor, gemeinsam haben wir auch tatkräftig die stattfindende Putzaktion unterstützt und unseren Kiez wieder ein Stückchen schöner gemacht. 
Mit unserem Piloten hatten wir indes großen Erfolg, das Thema wurde mehr und mehr in der Öffentlichkeit und der Politik wahrgenommen. Wir erhielten von der DUH eine Auszeichnung und wurden zu vielen Gesprächen und Interviews eingeladen.
Zeitgleich mussten wir allerdings auch lernen, dass unser Produkt für ein großes Pfandsystem leider nicht funktionierte. Die Becher wurden nicht genügend zurückgebracht und die Produktionskosten waren zu hoch. Nachdem Clemens Pech dann zu einer anderen Firma wechselte, entschloss ich mich alleine weiterzumachen. Seit Mitte 2017 biete ich nun Unternehmen die Möglichkeit unsere Mehrwegbecher ganz individuell zu gestalten. So können sie auf ihren Events, Messen und bei Kundengeschenken Flagge für eine nachhaltigen Kaffeekonsum zeigen.

Also sind Sie selber auch durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Umso schöner, dass sich das Konzept nun bewährt hat. Aber was macht ihren Mehrwegbecher so besonders? Was unterscheidet ihn von anderen Modellen, die auf dem Markt erhältlich sind?

Unsere Bambusbecher bestehen aus Bambusmehl, Maisstärke und werden durch Kunstharz stabilisiert. Die Deckel sind aus lebensmittelechtem Silikon hergestellt. Das Besondere ist, dass unsere Becher in einem Labor in Deutschland auf ihre Eignung für heiße Getränke getestet wurden und die Resultate bestätigen, dass sie stabil und spülmaschinentauglich sind. Unser Ziel, die Menschen für das Thema Müllvermeidung zu sensibilisieren, verfolgen wir grade auch durch das außergewöhnliche Design der Becher. Wir haben dadurch schon viele Interessenten in ganz Europa gewinnen können.

Und wie geht es weiter mit JUST SWAP IT.? Gibt es schon neue Ideen oder gar konkrete Pläne wie noch mehr Menschen erreicht werden sollen?

Für die Zukunft planen wir Special Editions in Zusammenarbeit mit Berliner Künstlern zu designen, um so den Mehrwegbecher noch mehr zu einem Lifestyleprodukt in ganz Europa zu machen. Damit wollen wir erreichen, dass er im Alltag gern und viel genutzt wird. Denn nur ein genutzter Mehrwegbecher kann Müll einsparen. Daher begrüßen wir auch die wachsende Anzahl an Cafés, die Rabatte auf das Kaffeegetränk geben, wenn man seinen eigenen Mehrwegbecher mitbringt.
Außerdem werden wir als Nächstes Wasserflaschen und Glasstrohhalme in unser Sortiment aufnehmen. Auf dass die Menschen wieder achtsamer und nachhaltiger, ja verantwortungsvoller konsumieren!

Wir freuen uns sehr, dass Sie als Neuköllnerin nicht nur dazu beitragen Neukölln schöner zu machen, sondern auch schon weit über die Stadtteilgrenzen hinaus tätig sind. Gibt es von ihrer Seite noch irgendetwas, was Sie bisher noch nicht loswerden konnten? 

Gemeinsam können wir viel erreichen! Packen wir’s an! 

 

Foto: Ulrike Gottschau

 

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