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Klimaschutz / Nachhaltigkeit / Kiez

"Schön wie wir" stellt vor: Neukölln – fair und nachhaltig

In der Rubrik "Schön wie wir stellt vor" machen wir euch mit aktiven Neuköllner*innen bekannt. Sie setzen sich für Nachhaltigkeit ein, stehen uns mit Rat und Tat zur Seite, aktivieren Mitmenschen und haben kreative Ideen, um unseren Kiez noch schöner zu machen. Diese Neuköllner*innen solltet ihr auf jeden Fall kennen! Heute: Die Steuerungsgruppe „Neukölln – fair und nachhaltig“. Das Interview wird geführt mit Eva Hein, die seit einem Jahr als Nachhaltigkeitsbeauftragte im Bezirksamt Neukölln arbeitet und die Steuerungsgruppe „Neukölln – fair und nachhaltig“ koordiniert.

Liebe Frau Hein, warum ist es so wichtig sich für mehr Nachhaltigkeit in Neukölln einzusetzen?

Wir leben in einer Zeit des Konsums und des Wegwerfens. Rein rechnerisch wären 1,7 Erden zur Deckung des weltweiten Jahresbedarfs an natürlichen Ressourcen nötig. Wenn alle Menschen so leben würden, wie wir in Deutschland, bräuchten wir sogar 3 Erden! Wir haben aber nur diese eine Erde und wenn wir diese auch für zukünftige Generationen erhalten wollen, müssen wir endlich „nachhaltiger“ handeln und unsere Umwelt schützen. Ein Umdenken ist unvermeidlich – und das gestalte ich gern mit. Gleichzeitig sollten wir auch die soziale Dimension von Nachhaltigkeit nicht vergessen. Es ist wichtig, dass wir Verantwortung übernehmen und uns ins Gedächtnis rufen, was unser Lebensstil, unsere Konsumweisen für viele Menschen bedeuten – hier und weltweit. Menschen, die für unsere Produkte arbeiten, sollen eine faire Bezahlung erhalten: und zwar überall. Gleichzeitig weiß ich natürlich auch um die Komplexität dessen und mir ist klar, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Trotzdem lohnt es sich einen Anfang zu machen und viele Neuköllner*innen tun dies ebenfalls.

Können Sie uns ein bisschen mehr über die Gruppe „Neukölln – fair und nachhaltig“ erzählen?

Wir sind eine Gruppe von engagierten Menschen aus Neukölln, die die nachhaltige Entwicklung unseres Bezirkes vorantreiben wollen. Aktuell sind wir 12 Personen, aus ganz unterschiedlichen Bereichen, z.B. aus Vereinen, NGOs, Unternehmen, den QM-Büros, Genossenschaften, Religionsgemeinschaften, der lokalen Politik oder eben auch der Verwaltung. Gerade in unserer Unterschiedlichkeit liegt aber auch unsere Stärke! Wir leisten viel Öffentlichkeitsarbeit, sind mit Ständen auf Festen vertreten und informieren die Menschen zu Themen wie Fairer Handel, den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs), Klimawandel oder auch Ressourcenschonung. Wir organisieren aber auch eigene Veranstaltungen: letztes Jahr haben wir zwei Gäste von einer Kaffeekooperative aus Peru hier zu uns nach Neukölln eingeladen. Sie berichteten uns aus erster Hand davon, was der Faire Handel für sie wirklich bringt. Das war wirklich spannend und hat uns auch gezeigt, dass es sich wirklich lohnt, sich für den Fairen Handel stark zu machen.

Wofür setzt sich die Gruppe denn eigentlich noch ein? Was sind eure Ziele?

Wir beschäftigen uns mit ganz vielen unterschiedlichen Themen und wollen dies auch gern so handhaben, um auch immer wieder auf die „Bedürfnisse“ aller Neuköllner*innen eingehen zu können. Trotzdem haben wir uns in der Gruppe auf bestimmte Schwerpunkte geeinigt, mit denen wir uns besonders intensiv beschäftigen wollen.

Eines unserer Ziele ist es, dass sich der Alltag in Neukölln nachhaltig und fair gestalten lässt. Alle Menschen in Neukölln sollen die Möglichkeit haben, sich nachhaltig zu verhalten. Wir informieren, wie sich Nachhaltigkeit einfach in die Praxis umsetzen lässt: wie wir bspw. Materialien wiederverwenden können, wo es Repaircafes gibt, wo wir fair und nachhaltig einkaufen oder uns aktiv für nachhaltige Entwicklung engagieren können.

Außerdem wollen wir erreichen, dass in Neukölln fair und nachhaltig beschafft wird! In Schulen, Vereinen, Unternehmen und im Bezirksamt werden tagtäglich Produkte beschafft oder konsumiert. Wir setzten uns dafür ein, dass diese unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Für uns bedeutet dies, dass z.B. die Menschen- und Arbeitsrechte bei der Produktion gewahrt werden und die Menschen, die für uns arbeiten, eben auch fair entlohnt werden.

Und was konnte die Steuerungsgruppe bisher schon erreichen?

Neben den erwähnten Veranstaltungen, haben wir nun zu Beginn des Jahres auch den ersten fairen und nachhaltigen Stadtplan für Neukölln veröffentlicht.  Auf der Karte, die übrigens „Neukölln von morgen“ heißt, sind Geschäfte und Orte verzeichnet, bei denen Sie Produkte und Dienstleistungen finden, die gut für Mensch und Natur sind. Zum Beispiel Lebensmittel oder Kleidung aus Fairem Handel, bei deren Herstellung menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne an erster Stelle stehen. Zu finden sind in dem Plan auch die grünen Oasen Neuköllns, wie z.B. die Gemeinschaftsgärten. Darüber hinaus zeigen wir auf dem Plan auch, wo Anlaufstellen für Reparaturen oder das Teilen und Tauschen von Dingen aller Art zu finden sind. Auf der Online-Karte sind mittlerweile mehr als 100 Orte eingetragen. Das zeigt uns auch, dass wir da einen Nerv getroffen haben und in dem Bereich viel Interesse und Engagement besteht – und das freut uns natürlich ganz besonders. Der Stadtplan „Neukölln von morgen“ ist aber nicht nur online (Anm. d. Red.: www.neukoelln.vonmorgen.org), sondern auch als Papierkarte verfügbar. Wie ich gesehen habe, finden sich auch viele der Orte für Ressourcenschonung und Umweltbildung auf der Neukölln Karte der Bewegung „Schön wie wir“ wieder.

Was glauben Sie, wie nachhaltig ist Neukölln bzw. das Bezirksamt schon heute?

In Neukölln gibt es bereits vielfältige Initiativen, die im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind und zu Themen wie Kreislaufwirtschaft oder Umweltschutz arbeiten. Viele Neuköllner Läden und Restaurants bieten bereits fair gehandelte oder regionale Produkte an, setzen Mehrwegbecher ein und probieren Pfandsysteme aus. Auch im Bezirksamt ist schon viel passiert. Wir führen beispielsweise immer mehr fair gehandelte Produkte, wie Kaffee und Tee aber auch Blumen, bei uns im Bezirksamt ein. Durch das Engagement der Bewegung „Schön wie wir“ konnte zudem erreicht werden, dass es bei uns in der Kantine des Bezirksamtes nun recyclebares Geschirr gibt. Wir von der Steuerungsgruppe arbeiten gern mit „Schön wie wir“ zusammen – gerade wenn es um Themen wie Ressourcenschonung und Abfallvermeidung geht, können wir super an einem Strang ziehen und gemeinsam lässt sich bekanntlich immer mehr erreichen.

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